Wandern hat touristisches Potenzial: Auf den Spuren der Römer durch die Verbandsgemeinde

13. August 2026

„Krügel unterwegs“: Von Arzbach bis Pohl führte die jüngste Tour der Reihe „Krügel unterwegs“ entlang der Spuren des römischen Limes. Die Wanderung verband Geschichte, Welterbe und Natur – und lieferte zugleich einige Erkenntnisse darüber, welches touristische Potenzial in den Wanderwegen der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau steckt.

Foto Jessica Krügel: Wanderführer Conrad Lunar und Oliver Krügel am ersten Etappenziel, der Ottmar-Canz-Brücke in Bad Ems.


Früh am Morgen um 8 Uhr startete die Gruppe am Römerturm in Arzbach. Von dort führte die Strecke über Bad Ems und den Wintersberg weiter nach Becheln, Schweighausen und Dornholzhausen, anschließend über Hunzel bis zum Limeskastell in Pohl. Dabei bestand die Möglichkeit, die gesamte Strecke oder einzelne Etappen mitzulaufen.

Als Wanderführer und fachkundiger Begleiter konnte Conrad Lunar gewonnen werden. Der ausgewiesene Kenner der römischen Geschichte und insbesondere des Limes vermittelte unterwegs immer wieder spannende Einblicke in das Leben an der einstigen Grenze des Römischen Reiches. Mit dabei hatte er auch originalgetreu rekonstruierte Ausrüstungsgegenstände aus römischer Zeit, anhand derer Geschichte unmittelbar erlebbar wurde. So erfuhren die Teilnehmer nicht nur viel über die Befestigungsanlagen, sondern auch darüber, wie die Menschen zur Römerzeit lebten und wie die Grenze organisiert und gesichert wurde.


Besonders eindrucksvoll war, wie sich die Spuren des Limes selbst nach fast zwei Jahrtausenden noch in der Landschaft nachvollziehen lassen. Frühere Befestigungsanlagen, Gräben und Wallstrukturen wurden im Laufe der Jahrhunderte teilweise zurückgebaut, eingeebnet oder für die landwirtschaftliche Nutzung verfüllt. Dennoch können ehemalige Strukturen unter günstigen Bedingungen bis heute anhand sogenannter Bewuchs- und Bodenmerkmale erkannt werden. Unterschiede in Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit können beispielsweise dazu führen, dass sich ehemalige Gräben oder Fundamente in Luft- und Satellitenbildern durch abweichenden Pflanzenwuchs abzeichnen.


Für Conrad Lunar liegt gerade in der heutigen Bedeutung der ehemaligen Grenze eine besondere Botschaft: „Die römische Grenze, bei uns allgemein als ‚Limes‘ bekannt, ist heute eben nicht mehr trennend, sondern eine Grenze, die verbindet. Und das nicht nur am Obergermanisch-Raetischen Limes in Deutschland durch Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern, sondern als UNESCO-Welterbe auch weit darüber hinaus. Für Bildung, Kultur und Tourismus ist das schon eine tolle Grundlage, die genutzt werden muss“, findet Lunar.


„Wenn man sich viele Kilometer zu Fuß durch unsere Verbandsgemeinde bewegt, bekommt man noch einmal einen ganz anderen Blick darauf, welchen historischen Schatz wir hier unmittelbar vor unserer Haustür haben. Geschichte wird dabei nicht abstrakt vermittelt. Man läuft tatsächlich auf und entlang von Wegen, an denen vor fast 2.000 Jahren die Grenze des Römischen Reiches verlief“, so Oliver Krügel.


Einen besonderen Zwischenstopp legte die Gruppe in Bad Ems an der Ottmar-Canz-Brücke ein. Bei einem kurzen Welterbe-Talk berichtete Krügel über die „Great Spa Towns of Europe“ und darüber, was diese serielle UNESCO-Welterbestätte ausmacht. Bad Ems gehört gemeinsam mit zehn weiteren bedeutenden europäischen Kurstädten zu diesem außergewöhnlichen Welterbe.


Damit verband die Wanderung zugleich zwei besondere Kapitel der Geschichte der Region: den Obergermanisch-Raetischen Limes und die Great Spa Towns of Europe. Beide gehören zum UNESCO-Welterbe und stehen auf ganz unterschiedliche Weise für die europäische und internationale Bedeutung der Region.

Neben der Geschichte stand während der Tour auch das touristische Potenzial der Landschaft im Mittelpunkt. Wälder, Höhenzüge, weite Ausblicke, historische Orte und kulturgeschichtliche Zeugnisse machten auf der Strecke deutlich, wie viel die Verbandsgemeinde Wanderern und Gästen bieten kann. Gerade die Verbindung von Natur, Bewegung und Geschichte biete große Chancen für die touristische Entwicklung. Gleichzeitig wurde aber auch sichtbar, wo noch Handlungsbedarf besteht. 


„Wir haben großartige Wege und eine Landschaft, die sich nicht verstecken muss. Aber wir müssen bei unseren Wanderwegen stärker auf Qualität statt Quantität setzen“, lautet Krügels Fazit. Deshalb brauche es ein neues Wanderwegekonzept. Derzeit werden rund 40 Wanderwege touristisch ausgewiesen. Künftig sollte sich die Verbandsgemeinde auf etwa 21 ausgewählte Wege konzentrieren, die dafür einen verlässlich hohen Qualitätsstandard bieten. 

„Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass andere Wanderwege verschwinden oder geschlossen werden. Sie bleiben selbstverständlich erhalten, werden aber nicht mehr alle als touristische Wanderwege ausgewiesen und beworben“, stellt Krügel klar. Wer einen Weg touristisch vermarkte, müsse den Gästen schließlich auch eine entsprechende Qualität bieten können. Dazu gehörten eine durchgängige und verständliche Beschilderung, regelmäßige Kontrollen durch Wegepaten und ein dauerhaft guter und sicher begehbarer Zustand. Hindernisse oder Beeinträchtigungen müssten erkannt und möglichst zeitnah beseitigt werden. 

„Unser Anspruch muss sein: Wo Wanderweg draufsteht, muss auch ein gutes Wandererlebnis drinstecken. Wer bei uns zu Gast ist und sich für einen beworbenen Wanderweg entscheidet, soll sich auf die Beschilderung und die Qualität des Weges verlassen können“, so Krügel. Dies lasse sich mit einer konzentrierten Auswahl hochwertiger touristischer Wege wesentlich besser gewährleisten als mit rund 40 gleichzeitig zu betreuenden Routen.

Dafür brauche es eine enge Zusammenarbeit zwischen Verbandsgemeinde, Ortsgemeinden, Touristik und den ehrenamtlichen Wegepaten. „Wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir die ausgewählten Wege dauerhaft auf einem hohen Niveau halten und professioneller vermarkten. Die übrigen Wege bleiben dabei erhalten und können selbstverständlich weiterhin genutzt werden. So schaffen wir am Ende mehr Qualität für Einheimische und Gäste – ohne unser gewachsenes Wegenetz aufzugeben.“


Gerade die Verbindung von Natur, Bewegung und Geschichte biete große Chancen für die touristische Entwicklung. Historische Orte und Sehenswürdigkeiten sollten dabei nicht isoliert betrachtet, sondern stärker miteinander verknüpft und als gemeinsame Erlebnisräume vermittelt werden.

Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kam die Tour sehr gut an. Durch verschiedene Einstiegsmöglichkeiten und Etappen konnten auch diejenigen teilnehmen, die nicht die gesamte Strecke zurücklegen wollten. Neben den historischen Informationen blieb unterwegs genügend Gelegenheit für Gespräche und den gemeinsamen Austausch.

Nach der positiven Resonanz soll die Limeswanderung keine einmalige Aktion bleiben. Für das kommende Jahr ist bereits eine Wiederholung geplant.


„Die vielen Kilometer waren am Ende in den Beinen zu spüren – aber sie haben sich gelohnt. Wir haben unglaublich viel Geschichte, Natur und touristisches Potenzial direkt vor unserer Haustür. Diesen Schatz müssen wir bewahren, besser sichtbar machen und gemeinsam weiterentwickeln“, so Oliver Krügel abschließend.

Für zusätzliche Motivation entlang der Strecke sorgte das Team Krügel. An verschiedenen Wegpunkten wartete das Team mit dem Versorgungsfahrzeug auf die Wanderer und sorgte mit Kuchen, Gebäck und Kaltgetränken für die nötige Stärkung. Ein kulinarisches Highlight wartete beim Zwischenstopp in Becheln: Dort gab es lukanische Bratwurst nach original römischer Rezeptur, wie sie beim REWE Pebler Markt in Nassau erhältlich ist. Mit zahlreichen Kräutern und Zutaten, die bereits zur Römerzeit bekannt waren, passte sie perfekt zum Thema des Tages.


Krügel kannte die besondere Spezialität bereits aus dem Limeskastell Pohl und freute sich, sie auch bei der Wanderung anbieten zu können: „Die lukanische Bratwurst kannte ich bereits aus dem Limeskastell in Pohl und wusste daher, wie besonders schmackhaft sie ist. Durch die vielen Kräuter und Gewürze hat sie einen ganz eigenen Geschmack. Sie schmeckt so hervorragend, dass sie tatsächlich keinen Tropfen Senf oder Ketchup braucht. Eine echte Empfehlung“, so Krügel.

Sein besonderer Dank galt zugleich dem Team, das die Wanderung an den verschiedenen Wegpunkten mit dem Versorgungsfahrzeug begleitete: „Ein ganz herzliches Dankeschön an mein Team für die großartige Unterstützung. Wenn man nach einigen Kilometern an den nächsten Wegpunkt kommt und dort schon Kaltgetränke, Kuchen oder Gebäck warten, ist das eine echte Motivation. Ohne die vielen helfenden Hände wäre eine solche Aktion in dieser Form nicht möglich.“

Foto, Jessica Krügel: Angekommen am Wintersberg am Limes-Wachposten WP 2/1 ist die Wandergruppe um Wanderführer Conrad Lunar (Bildmitte im „Römeroutfit“) und Oliver Krügel (rechts von Lunar). 

Foto, Jessica Krügel: Pause an der großen „Feme-Linde“ ein Schweighausen

Foto, Conrad Lunar: Hinter Hunzel auf dem Weg zum Tagesziel in Pohl, lies sich Oliver Krügel neben diesem schönen LIMES-Stein ablichten. 

Foto, Jessica Krügel: Oliver Krügel und Conrad Lunar - standesgemäß nun mit römischer Rüstung - am Zielort im Limeskastell Pohl. 

3. August 2026
Bürgermeisterkandidat Oliver Krügel setzt Dialogtour durch die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau fort
30. Juli 2026
Foto, CDU Bad Ems-Nassau: Das Freibad Singhofen Kommunale Schwimmbäder sind weit mehr als Orte der Freizeitgestaltung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge, zur Gesundheitsförderung, zum Schul- und Vereinssport sowie zur Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden. Für Oliver Krügel steht deshalb fest: Der Erhalt kommunaler Bäder ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Im Rahmen eines Besuchs des Freibades in Singhofen, auf Einladung der FWG Singhofen, informierte sich Krügel über die Anlage und tauschte sich mit den Verantwortlichen über den laufenden Betrieb, die technische Ausstattung und die Herausforderungen kommunaler Freibäder aus. Der Besuch war zugleich Anlass, seine grundsätzliche Haltung zu diesem Thema deutlich zu machen. „Gerade im Wahlkampf sollen die Bürgerinnen und Bürger wissen, wofür die Kandidaten stehen. Dazu gehört für mich auch, bei wichtigen Fragen der kommunalen Daseinsvorsorge klar Position zu beziehen und transparent zu machen, welche Ziele ich für unsere Verbandsgemeinde verfolge.“ „Natürlich weiß ich, dass kommunale Schwimmbäder wirtschaftlich kaum kostendeckend betrieben werden können. Das gilt auch für die Bäder in unserer Verbandsgemeinde. Dennoch dürfen wir ihren Wert nicht allein an betriebswirtschaftlichen Kennzahlen messen“, betont Krügel. Gerade Kinder müssen die Möglichkeit haben, sicher schwimmen zu lernen. Gleichzeitig sind Schwimmbäder wichtige Orte für Familien, Seniorinnen und Senioren, Vereine und den Gesundheitssport. Sie stärken das gesellschaftliche Miteinander und machen unsere Region lebenswerter. Aus Sicht Krügels gehört es zu einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik, auch Einrichtungen zu erhalten, die nicht kostendeckend arbeiten, deren gesellschaftlicher Nutzen aber unbestritten ist. „Kommunale Daseinsvorsorge bedeutet, den Menschen Angebote bereitzustellen, die für das Gemeinwohl wichtig sind – auch wenn sie Geld kosten.“ Dabei geht es nicht darum, wirtschaftliche Realitäten auszublenden. Vielmehr müssen kommunale Einrichtungen effizient betrieben, Fördermöglichkeiten konsequent genutzt und Investitionen klug geplant werden. Das Freibad in Singhofen, das von der Ortsgemeinde mit großem Engagement betrieben wird, ist dafür ein gutes Beispiel. Mit der Erneuerung der Mess- und Regeltechnik, der Nutzung von Quellwasser, der Photovoltaikanlage sowie zahlreichen Eigenleistungen wird dort eindrucksvoll gezeigt, wie ein kommunales Freibad zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann. „Ich bekenne mich ausdrücklich zum Erhalt unserer kommunalen Schwimmbäder. Das gilt selbstverständlich auch für das Freibad Nassau, das sich in Trägerschaft der Verbandsgemeinde befindet. An dieser Haltung dürfen mich die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft messen.“
27. Juli 2026
Die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau verfügt über eine außergewöhnliche kulturelle und landschaftliche Vielfalt. Mit dem UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches – Obergermanisch-Raetischer Limes“ und der Welterbestadt Bad Ems vereint sie gleich zwei Welterbestätten auf engstem Raum. Dieses besondere Erbe möchten Oliver Krügel und der Limes-Experte Conrad Lunar im Rahmen einer gemeinsamen Welterbe-Wanderung erlebbar machen. Conrad Lunar lebt in Heimbach-Weis und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich dafür, das römische Erbe und den Limes für die Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar zu machen. Er gilt als Initiator des Neuwieder „Drachenkopfwegs“ und setzt sich mit zahlreichen Projekten für die Vermittlung der römischen Geschichte in der Region ein. Die rund 32 Kilometer lange Wanderung findet am Sonntag, 2. August 2026, statt und führt durch reizvolle Landschaften sowie entlang bedeutender geschichtlicher Orte. Start ist um 8.00 Uhr an der Grillhütte in Arzbach. Ziel ist das Limeskastell in Pohl, das gegen 17.30 bis 18.00 Uhr erreicht werden soll. Unterwegs sind mehrere Pausen vorgesehen: * ca. 10.15 Uhr an der Ottmar-Canz-Brücke in Bad Ems, * ca. 12.15 Uhr in Becheln, * ca. 13.45 Uhr an der Linde in Schweighausen sowie * ca. 15.00 Uhr am Friedhof in Dornholzhausen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte müssen nicht die gesamte Strecke zurücklegen. Ein Zu- oder Ausstieg ist an den einzelnen Wegpunkten jederzeit möglich. Ebenso sind Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, die Wandergruppe an den Haltepunkten zu besuchen und mit Oliver Krügel sowie Conrad Lunar ins Gespräch zu kommen. „Wir leben in einer Region, um die uns viele beneiden. Mit gleich zwei UNESCO-Welterbestätten verfügen wir über ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Dieses Potenzial sollten wir für unsere Heimat, den Tourismus und die regionale Wertschöpfung noch stärker nutzen. Gleichzeitig möchten wir Geschichte nicht nur erzählen, sondern gemeinsam erleben“, so Oliver Krügel. Während der Wanderung wird Conrad Lunar immer wieder spannende Einblicke in die Geschichte der Römer und des Limes geben und historische Zusammenhänge erläutern. Die Veranstaltung soll zugleich zeigen, welche Chancen das Welterbe für die touristische Entwicklung der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau bietet und wie sich Natur, Geschichte und Naherholung miteinander verbinden lassen. Für die Teilnahme werden festes Schuhwerk, wettergerechte Kleidung sowie ausreichend Getränke und eine kleine Verpflegung empfohlen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, allerdings freuen wir uns über jede Zuschrift/Ankündigung/Rückfrage an team@oliverkruegel.de Der geplante Streckenverlauf: * 8.00 Uhr – Start an der Grillhütte in Arzbach * ca. 10.15 Uhr – Ottmar-Canz-Brücke Bad Ems (Pause) * ca. 12.15 Uhr – Becheln (Mittagspause) * ca. 13.45 Uhr – Linde Schweighausen (Pause) * ca. 15.00 Uhr – Friedhof Dornholzhausen (Pause) * ca. 17.30 bis 18.00 Uhr – Ankunft am Limeskastell Pohl
22. Juli 2026
Bürgerdialog mit Innenminister Achim Schwickert
22. Juli 2026
„CDU im Dialog“ in Bad Ems
20. Juli 2026
Zu Gast auf der Dorfkirmes
20. Juli 2026
Foto, Thiede: Bartosz Thiede (links im Bild, First Responder Seelbach), Manfred Brückmann (CDU Bad Ems), Dominik Klos (DRK OV Singhofen), Bürgermeisterkandidat Oliver Krügel und Achim Wagner (First Responder Dornholzhausen) im Rahmen ihres Austauschs. Die CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat Bad Ems-Nassau setzt sich für eine dauerhafte finanzielle Unterstützung der First-Responder-Gruppen in der Verbandsgemeinde ein. Einen entsprechenden Antrag hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Krügel jetzt für die nächste Sitzung des Verbandsgemeinderates eingebracht. Konkret schlägt die CDU-Fraktion vor, die derzeit drei First-Responder-Gruppen in Seelbach, Dornholzshausen und Dessighofen sowie künftig neu gegründete Gruppen mit einem jährlichen Zuschuss in Höhe von jeweils 2.000 Euro zu unterstützen. Die Mittel sollen insbesondere für Verbrauchsmaterialien, die Wartung medizinischer Ausrüstung sowie die Ersatz- und Neubeschaffung notwendiger Einsatzmittel verwendet werden. First Responder werden parallel zum Rettungsdienst alarmiert und leisten insbesondere im ländlichen Raum qualifizierte medizinische Ersthilfe, bis der Rettungsdienst eintrifft. Gerade bei zeitkritischen Notfällen wie einem Herz-Kreislauf-Stillstand können wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden. „Unsere First Responder übernehmen eine enorme Verantwortung und investieren ihre Freizeit, um anderen Menschen in Notsituationen zu helfen. Dieses herausragende ehrenamtliche Engagement verdient nicht nur unseren Dank, sondern auch eine verlässliche finanzielle Unterstützung“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Oliver Krügel. Nach Angaben der CDU entstehen den Gruppen regelmäßig erhebliche Kosten. Allein die Wartung eines automatisierten externen Defibrillators (AED) kostet rund 300 Euro pro Gerät. Hinzu kommen Verbrauchsmaterialien, die je nach Einsatzaufkommen häufig Kosten von rund 1.000 Euro pro Jahr verursachen, sowie die Anschaffung von Notfallrucksäcken, die mit mindestens 2.500 Euro zu Buche schlagen. „Der vorgeschlagene Zuschuss wird die tatsächlich entstehenden Kosten zwar nicht vollständig decken können. Er würde die ehrenamtlichen Einsatzkräfte jedoch spürbar entlasten und zugleich ein deutliches Zeichen der Wertschätzung setzen. Gemessen am Gesamthaushalt der Verbandsgemeinde handelt es sich um einen überschaubaren Mitteleinsatz mit einem hohen Nutzen für die Sicherheit der Menschen in unserer Heimat“, so Krügel weiter. Die Förderung soll über den DRK-Ortsverein Singhofen abgewickelt werden, der die Trägerschaft der derzeitigen First-Responder-Gruppen übernommen hat. Für jede Gruppe werden dort getrennte Konten geführt. Die zweckentsprechende Verwendung der Fördermittel soll gegenüber der Verbandsgemeindeverwaltung durch einen Verwendungsnachweis nachgewiesen werden. „Unsere First Responder sind da, wenn jede Minute zählt. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in unserer Verbandsgemeinde. Deshalb sollte es für uns selbstverständlich sein, dieses außergewöhnliche Ehrenamt nicht nur mit Worten, sondern auch finanziell zu unterstützen. Ich hoffe deshalb auf eine breite Zustimmung im Verbandsgemeinderat“, betont Krügel abschließend.
16. Juli 2026
(Foto, Jessica Krügel): Dr. Thomas Reisinger (links), Dr. Christine Krausbeck, Dr. Hildegard Simons und Oliver Krügel nach einem umfangreichen Austausch in den Praxisräumlichkeiten auf der Bismarkhöhe. Im Rahmen seiner Gesundheitswoche hat sich der Bürgermeisterkandidat für die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau, Oliver Krügel, mit Vertretern der Emser Ärzteschaft über den aktuellen Stand des Projekts „Bürgernahes Krankenhaus“ ausgetauscht. Mit der Bekanntgabe der Schließungspläne der damaligen Paracelsus-Klinik habe die kommunale Familie den Verlust des Krankenhausstandortes keineswegs tatenlos hingenommen, betont Krügel. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne habe die Stadt Bad Ems zu einem Runden Tisch eingeladen und gemeinsam mit weiteren Akteuren intensiv für den Erhalt des Standortes geworben. Letztlich habe der Paracelsus-Konzern jedoch an seiner Entscheidung festgehalten und keine Bereitschaft erkennen lassen, den eingeschlagenen Kurs noch einmal zu überdenken. Aus dieser Situation heraus entstand die Initiative für ein bürgernahes Krankenhaus. Dr. Erich und Christine Krausbeck, Dr. Hildegard Simons und Dr. Thomas Reisinger entwickelten gemeinsam mit weiteren Beteiligten ein Konzept für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung in Bad Ems. Dieses wurde zwischenzeitlich weiterentwickelt und liegt inzwischen in einer überarbeiteten Fassung vor. Ziel ist ausdrücklich keine Rückkehr zu einer klassischen Krankenhausstruktur mit zahlreichen Fachabteilungen, sondern eine wirtschaftlich tragfähige Lösung mit einer wohnortnahen Akut- und Basisversorgung, einer überschaubaren stationären Versorgung sowie einer engen Verzahnung mit ambulanten Angeboten und geriatrischen Leistungen. „Ich bin der Projektgruppe der Emser Ärzteschaft sehr dankbar, dass sie sich weit über ihren anspruchsvollen Praxisalltag hinaus für die medizinische Versorgung unserer Heimat engagiert. Dieses Engagement verdient großen Respekt und meine volle Unterstützung“, erklärt Oliver Krügel. Im Gespräch wurde zugleich deutlich, dass die Herausforderungen weiterhin erheblich sind. Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen stellt insbesondere die Finanzierung die größte Hürde dar. Während andere Krankenhausstandorte aufgrund ihrer Einstufung als bedarfsnotwendig auf eine stärkere öffentliche Finanzierung zurückgreifen können, müsste ein möglicher Standort in der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau nach derzeitigem Stand maßgeblich durch private Investoren realisiert werden. Hinzu komme der bundesweit spürbare Fachkräftemangel. Gerade die Gewinnung von Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften werde für jedes neue Krankenhausprojekt zu einer zentralen Herausforderung. „Es wäre unseriös, den Menschen heute zu versprechen, dass ein solches Krankenhaus kurzfristig entstehen wird. Die gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind schwierig. Aber nur weil ein Ziel schwer zu erreichen ist, dürfen wir es nicht aufgeben. Entscheidend ist, dass engagierte Menschen weiterhin an Lösungen arbeiten – und genau das geschieht hier“, so Krügel. Er werde die weiteren Entwicklungen weiterhin konstruktiv begleiten und seine Kontakte auf Landes- und Bundesebene nutzen, um das Projekt dort zu unterstützen, wo dies möglich sei. „Eine wohnortnahe medizinische Versorgung bleibt ein entscheidender Standortfaktor für unsere Region. Deshalb begrüße ich es ausdrücklich, dass das Projekt eines bürgernahen Krankenhauses weiterhin mit großem Engagement verfolgt wird. Allein die Tatsache, dass hier nicht aufgegeben wird, ist ein wichtiges Signal für unsere Heimat.“
Show More