Sozialkompass Nassau: Wichtige Anlaufstelle für Menschen in unserer Region
Intensiver Austausch zur Vereinstätigkeit
Foto, Bernd Friedrich: Oliver Krügel (links) und Horst Engel in den Räumlichkeiten des Vereins Sozialkompass Nassau e.V.
Zu einem intensiven Austausch war Oliver Krügel beim Beratungszentrum des Sozialkompass Nassau e.V. zu Gast. Im Gespräch mit Horst Engel und Bernd Friedrich ging es nicht nur um die tägliche Arbeit des Vereins, sondern auch um Herausforderungen, die die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau in den kommenden Jahren verstärkt beschäftigen werden.
Der Sozialkompass Nassau ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die Unterstützung und Orientierung benötigen. Das Beratungszentrum hilft bei Fragen rund um Sozial- und Betreuungsrecht, Pflegegrad und Pflegekasse, Rente, Grundsicherung, Wohngeld oder Schwerbehindertenrecht. Hinzu kommen ganz praktische Hilfen beim Ausfüllen von Anträgen, bei Behördenangelegenheiten, bei der Wohnungssuche oder in schwierigen persönlichen Lebenssituationen.
Rund 1.000 Beratungen und Hilfestellungen werden nach Angaben des Vereins jährlich geleistet. Bemerkenswert ist dabei insbesondere das persönliche Engagement.
Im Gespräch wurde deutlich, wie sehr sich auch gesellschaftliche Veränderungen in der täglichen Beratungsarbeit bemerkbar machen. Die Menschen werden älter, der Pflege- und Unterstützungsbedarf nimmt zu. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte in den Pflegediensten und vielfach auch Menschen, die beispielsweise bei alltäglichen Aufgaben im Haushalt unterstützen können. Das sind Entwicklungen, auf die sich auch die kommunale Ebene einstellen muss – selbst wenn viele dieser Aufgaben nicht unmittelbar in der Zuständigkeit der Verbandsgemeinde liegen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die Bürgernähe der Verwaltung. Horst Engel und Bernd Friedrich berichteten unter anderem von Schwierigkeiten bei der telefonischen Erreichbarkeit. Auch die Veränderungen infolge der Fusion der beiden ehemaligen Verbandsgemeinden Bad Ems und Nassau kamen zur Sprache. Aus Sicht des Sozialkompasses ist mit der größeren Verwaltungseinheit ein Stück der früheren persönlichen Nähe verloren gegangen.
Genau hier möchte Krügel ansetzen. „Eine moderne Verwaltung darf nicht bedeuten, dass die Wege für die Bürgerinnen und Bürger unpersönlicher oder komplizierter werden. Erreichbarkeit, klare Ansprechpartner und Bürgernähe gehören für mich zu einer leistungsfähigen Verwaltung“, betont Krügel.
Deshalb sei die Verbesserung der telefonischen Erreichbarkeit auch ein konkreter Punkt seines Programms. Gleichzeitig müsse geschaut werden, wie trotz der Größe der Verbandsgemeinde wieder mehr persönliche Nähe im Kontakt mit dem Rathaus geschaffen werden könne.
Angesprochen wurden zudem teilweise lange Bearbeitungszeiten bei Anträgen, insbesondere auf Ebene des Rhein-Lahn-Kreises. „Diesen Hinweis möchte ich aufnehmen und das Gespräch mit Landrat Jörg Denninghoff suchen, um zu erfahren, wo die Ursachen liegen und welche Möglichkeiten es gibt, Abläufe und Bearbeitungszeiten zu verbessern“, erklärt Krügel.
Auch beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Koblenz und dessen Außenstellen – etwa bei der Feststellung einer Behinderung nach dem Schwerbehindertenrecht – sowie bei der Familienkasse – beispielsweise bei der Bewilligung von Kinderzuschlägen – komme es nach den Schilderungen im Gespräch zu längeren Wartezeiten, bis eine Entscheidung getroffen werde. „Auch hier werde ich mich mit den Behördenvertretern in Verbindung setzen und das Gespräch darüber suchen, welche Möglichkeiten es gibt, Bearbeitungszeiten zu verkürzen“, so Krügel.
Der Besuch hat Krügel einmal mehr gezeigt, welchen Wert Einrichtungen wie der Sozialkompass für die Verbandsgemeinde haben. „Dort wird nicht nur beraten, sondern ganz konkret geholfen – häufig Menschen, die sich im immer komplexer werdenden System aus Anträgen, Zuständigkeiten und gesetzlichen Regelungen alleine nur schwer zurechtfinden“, unterstreicht Krügel.
Sein Dank gilt Horst Engel, Bernd Friedrich, der G. und I. Leifheit Stiftung für ihre Unterstützung sowie allen, die sich beim Sozialkompass Nassau engagieren. „Dass eine solche Beratungs- und Unterstützungsleistung zu einem großen Teil ehrenamtlich erbracht wird, verdient besondere Anerkennung. Es ist gut und wichtig, dass wir eine solche Anlaufstelle für die Menschen in unserer Verbandsgemeinde haben“, so Krügel abschließend.



