Rückblick Volkstrauertag 2022

Stadt Bad Ems • 14. November 2022
Bei unserer Gedenkveranstaltung am vergangenen Sonntag hat Stadtbürgermeister Oliver Krügel einige aktuelle Standpunkte angesprochen, die ihm wichtig sind. Hier seine Rede im Wortlaut:
Ich heiße Sie alle herzlich Willkommen.
Wir begehen heute, zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag, den alljährlichen Volkstrauertag als staatlichen Gedenktag - in ganz Deutschland – und das seit 1925. 
Erste Vorläufer gab es in den Jahren zuvor, beispielsweise mit Gedenkstunden vor dem Reichstag und erstmalig wurde bereits 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges vorgeschlagen. 
Wir gedenken heute auch verstorbenen oder kriegsversehrten Mitbürgern aus den beiden Weltkriegen. 
Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber für mich fühlt sich unser Gedenktag dieses Jahr anders an. Und dies liegt nicht unbedingt an einem fehlenden Chor in diesem Jahr, aufgrund vieler Auftritte und Veranstaltungen hintereinander.
Vielmehr haben wir rund 400 neue Mitbürgerinnen und Mitbürger. Eigentlich ein Grund zur Freude für einen Bürgermeister. 
Der wahre Grund ist allerdings bedrückend. 
Der Krieg hat Europa wieder – seit März dieses Jahres.   
Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine brachten viele Flüchtlinge aus dem osteuropäischen Staat nach Deutschland. 

Im vergangenen Jahr habe ich die damals noch frischen Bildern aus Afghanistan erwähnt und die Flucht der Menschen vor dem erstarkten Regime der Taliban. Und ich habe erwähnt, dass wir uns vor Augen führen müssen, dass unser Frieden nicht selbstverständlich sei. Weiter sagte ich, Zitat: „Europa ist aus leidvollen Erfahrung entstanden. Es ist nicht perfekt, aber es ist das beste Europa, das wir je hatten.“ 
Mittlerweile tobt ein neuer Krieg, zumindest unmittelbar an der Grenze zu der Europäischen Union und auf dem Boden von Kontinentaleuropa. Am 24. Februar dieses Jahres begann eine
Invasion auf das Staatsgebiet der Ukraine. 
Sie führte zu der drittgrößten Fluchtbewegung aller Zeiten in Europa, nach den beiden Weltkriegen.
Viele Bad Emserinnen und Bad Emser halfen den betroffenen Menschen. Sei es durch die tatkräftige Unterstützung bei der Sammlung von Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfs. Oder durch die Bereitstellung von Unterkunftsmöglichkeiten, durch Hilfe bei Sprachbarrieren. Einige machten sich sogar mit selbst organisierten Hilfskonvois auf den Weg in die Ukraine, riskierten dabei ihre eigene Gesundheit und brachten weitere Familien in unsere schöne Stadt. Dies macht mich ein wenig stolz! Denn Menschlichkeit und Empathie zu zeigen, ist offenbar nicht selbstverständlich. 
Auch in unserer Bürgerschaft, hier in Bad Ems, entbrennen teilweise hitzige Diskussionen über diesen Krieg. Und sie dürfen mir glauben - es gibt auch hier einige Befürworter für Putins Angriffskrieg!
Für mich ist das völlig unverständlich, denn Gewalt, Krieg und der oft resultierende Tod, kann doch keine Option sein in unserer modernen Gesellschaft. 
Dies sollte uns, wenn ich auf mein letztjähriges Zitat mit dem „Europa aus leidvollen Erfahrungen“ zurückkomme, doch bewusst sein. Dies lernen wir bereits in den frühen Jahren unserer Schulzeit! 
Unser Idealbild kennt eine moderne Welt, die von Partnerschaften geprägt ist, von der alle Seiten profitieren. Sowohl materiell als auch ideell. Zu leidvoll waren die Erfahrungen unserer Vorfahren, unserer Großmütter und Großväter, die nach dem Zweiten Weltkrieg vor einem Scherbenhaufen standen und unser Land maßgeblich zu dem gemacht haben, was es heute ist – ein moderner und demokratischer Staat, bei dem niemand auf der Strecke bleiben muss. 
Doch diese Werte müssen wir verteidigen – auch hier vor Ort und hier in unserer Stadt. Nicht mit Gewalt, sondern mit deutlichen Worten! 
Es kann und darf nicht sein, dass in Bad Ems einige Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Wurzeln aus dem heutigen Russland angefeindet werden. Hierzu habe ich mich bereits deutlich positioniert! 
Und heute möchte ich ergänzen: Im Umkehrschluss akzeptieren wir ebenfalls nicht, dass Menschen unter uns, die aus der Ukraine stammen, angefeindet werden. Weder bereits hier lebende noch zu uns geflüchtete. 
Bad Ems ist offen für alle Menschen – ganz gleich welcher Nationalität oder Religion jemand angehört. Wir sind nicht Schauplatz der kriegerischen Auseinandersetzung und wollen es auch nicht werden. 
Natürlich können wir über die Geschehnisse im Donbas, rund um Kiew oder auf der Krim diskutieren und unsere freie Meinung äußern. Dies ist das Wesen und ein Kernelement unserer Demokratie. 
Einige wenige haben aber scheinbar verkannt, dass auch unsere Demokratie Regeln unterliegt, die unser gemeinsames friedliches Zusammenleben überhaupt erst möglich machen. 
Nicht der Lautere oder der Stärkere hat automatisch Recht. Beleidigungen, Hass und Hetze sind nicht die besseren Argumente. 
Einer meiner sehnlichsten Wünsche ist, dass unsere Gesellschaft wieder mehr zusammenrückt. Weil wir uns bewusst machen müssen, dass dieses Selbstverständnis von Frieden und Freiheit kein Garant ist. Vielmehr bedingt Frieden und Freiheit harter Arbeit und dem Bewusstsein, dass wir nur im ständigen Dialog und im Miteinander weiterkommen. Und auch aus diesen Gründen ist der Volkstrauertag in dieser Zeit vielleicht wichtiger denn je. Nicht nur zur Ehrung unserer Toten aus den beiden Weltkriegen sondern auch zur Mahnung an jene, die Krieg in Erwägung ziehen um Probleme zu lösen. 

Die Stadt Bad Ems dankt für die Teilnahme und ihr Mitwirken der Freiwillige Feuerwehr Bad Ems, dem DRK OV Bad Ems e.V., der ev. Pfarrerin Lieve Van den Ameele für die Andacht und allen Besucherinnen und Besuchern.
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Foto, CDU Bad Ems-Nassau: Das Freibad Singhofen Kommunale Schwimmbäder sind weit mehr als Orte der Freizeitgestaltung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge, zur Gesundheitsförderung, zum Schul- und Vereinssport sowie zur Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden. Für Oliver Krügel steht deshalb fest: Der Erhalt kommunaler Bäder ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Im Rahmen eines Besuchs des Freibades in Singhofen, auf Einladung der FWG Singhofen, informierte sich Krügel über die Anlage und tauschte sich mit den Verantwortlichen über den laufenden Betrieb, die technische Ausstattung und die Herausforderungen kommunaler Freibäder aus. Der Besuch war zugleich Anlass, seine grundsätzliche Haltung zu diesem Thema deutlich zu machen. „Gerade im Wahlkampf sollen die Bürgerinnen und Bürger wissen, wofür die Kandidaten stehen. Dazu gehört für mich auch, bei wichtigen Fragen der kommunalen Daseinsvorsorge klar Position zu beziehen und transparent zu machen, welche Ziele ich für unsere Verbandsgemeinde verfolge.“ „Natürlich weiß ich, dass kommunale Schwimmbäder wirtschaftlich kaum kostendeckend betrieben werden können. Das gilt auch für die Bäder in unserer Verbandsgemeinde. Dennoch dürfen wir ihren Wert nicht allein an betriebswirtschaftlichen Kennzahlen messen“, betont Krügel. Gerade Kinder müssen die Möglichkeit haben, sicher schwimmen zu lernen. Gleichzeitig sind Schwimmbäder wichtige Orte für Familien, Seniorinnen und Senioren, Vereine und den Gesundheitssport. Sie stärken das gesellschaftliche Miteinander und machen unsere Region lebenswerter. Aus Sicht Krügels gehört es zu einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik, auch Einrichtungen zu erhalten, die nicht kostendeckend arbeiten, deren gesellschaftlicher Nutzen aber unbestritten ist. „Kommunale Daseinsvorsorge bedeutet, den Menschen Angebote bereitzustellen, die für das Gemeinwohl wichtig sind – auch wenn sie Geld kosten.“ Dabei geht es nicht darum, wirtschaftliche Realitäten auszublenden. Vielmehr müssen kommunale Einrichtungen effizient betrieben, Fördermöglichkeiten konsequent genutzt und Investitionen klug geplant werden. Das Freibad in Singhofen, das von der Ortsgemeinde mit großem Engagement betrieben wird, ist dafür ein gutes Beispiel. Mit der Erneuerung der Mess- und Regeltechnik, der Nutzung von Quellwasser, der Photovoltaikanlage sowie zahlreichen Eigenleistungen wird dort eindrucksvoll gezeigt, wie ein kommunales Freibad zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann. „Ich bekenne mich ausdrücklich zum Erhalt unserer kommunalen Schwimmbäder. Das gilt selbstverständlich auch für das Freibad Nassau, das sich in Trägerschaft der Verbandsgemeinde befindet. An dieser Haltung dürfen mich die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft messen.“
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Die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau verfügt über eine außergewöhnliche kulturelle und landschaftliche Vielfalt. Mit dem UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches – Obergermanisch-Raetischer Limes“ und der Welterbestadt Bad Ems vereint sie gleich zwei Welterbestätten auf engstem Raum. Dieses besondere Erbe möchten Oliver Krügel und der Limes-Experte Conrad Lunar im Rahmen einer gemeinsamen Welterbe-Wanderung erlebbar machen. Conrad Lunar lebt in Heimbach-Weis und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich dafür, das römische Erbe und den Limes für die Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar zu machen. Er gilt als Initiator des Neuwieder „Drachenkopfwegs“ und setzt sich mit zahlreichen Projekten für die Vermittlung der römischen Geschichte in der Region ein. Die rund 32 Kilometer lange Wanderung findet am Sonntag, 2. August 2026, statt und führt durch reizvolle Landschaften sowie entlang bedeutender geschichtlicher Orte. Start ist um 8.00 Uhr an der Grillhütte in Arzbach. Ziel ist das Limeskastell in Pohl, das gegen 17.30 bis 18.00 Uhr erreicht werden soll. Unterwegs sind mehrere Pausen vorgesehen: * ca. 10.15 Uhr an der Ottmar-Canz-Brücke in Bad Ems, * ca. 12.15 Uhr in Becheln, * ca. 13.45 Uhr an der Linde in Schweighausen sowie * ca. 15.00 Uhr am Friedhof in Dornholzhausen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte müssen nicht die gesamte Strecke zurücklegen. Ein Zu- oder Ausstieg ist an den einzelnen Wegpunkten jederzeit möglich. Ebenso sind Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, die Wandergruppe an den Haltepunkten zu besuchen und mit Oliver Krügel sowie Conrad Lunar ins Gespräch zu kommen. „Wir leben in einer Region, um die uns viele beneiden. Mit gleich zwei UNESCO-Welterbestätten verfügen wir über ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Dieses Potenzial sollten wir für unsere Heimat, den Tourismus und die regionale Wertschöpfung noch stärker nutzen. Gleichzeitig möchten wir Geschichte nicht nur erzählen, sondern gemeinsam erleben“, so Oliver Krügel. Während der Wanderung wird Conrad Lunar immer wieder spannende Einblicke in die Geschichte der Römer und des Limes geben und historische Zusammenhänge erläutern. Die Veranstaltung soll zugleich zeigen, welche Chancen das Welterbe für die touristische Entwicklung der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau bietet und wie sich Natur, Geschichte und Naherholung miteinander verbinden lassen. Für die Teilnahme werden festes Schuhwerk, wettergerechte Kleidung sowie ausreichend Getränke und eine kleine Verpflegung empfohlen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, allerdings freuen wir uns über jede Zuschrift/Ankündigung/Rückfrage an team@oliverkruegel.de Der geplante Streckenverlauf: * 8.00 Uhr – Start an der Grillhütte in Arzbach * ca. 10.15 Uhr – Ottmar-Canz-Brücke Bad Ems (Pause) * ca. 12.15 Uhr – Becheln (Mittagspause) * ca. 13.45 Uhr – Linde Schweighausen (Pause) * ca. 15.00 Uhr – Friedhof Dornholzhausen (Pause) * ca. 17.30 bis 18.00 Uhr – Ankunft am Limeskastell Pohl
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