Gesundheitswoche: Oliver Krügel informiert sich über Projekt „Bürgernahes Krankenhaus“
(Foto, Jessica Krügel): Dr. Thomas Reisinger (links), Dr. Christine Krausbeck, Dr. Hildegard Simons und Oliver Krügel nach einem umfangreichen Austausch in den Praxisräumlichkeiten auf der Bismarkhöhe.
Im Rahmen seiner Gesundheitswoche hat sich der Bürgermeisterkandidat für die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau, Oliver Krügel, mit Vertretern der Emser Ärzteschaft über den aktuellen Stand des Projekts „Bürgernahes Krankenhaus“ ausgetauscht. Mit der Bekanntgabe der Schließungspläne der damaligen Paracelsus-Klinik habe die kommunale Familie den Verlust des Krankenhausstandortes keineswegs tatenlos hingenommen, betont Krügel. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne habe die Stadt Bad Ems zu einem Runden Tisch eingeladen und gemeinsam mit weiteren Akteuren intensiv für den Erhalt des Standortes geworben. Letztlich habe der Paracelsus-Konzern jedoch an seiner Entscheidung festgehalten und keine Bereitschaft erkennen lassen, den eingeschlagenen Kurs noch einmal zu überdenken.
Aus dieser Situation heraus entstand die Initiative für ein bürgernahes Krankenhaus. Dr. Erich und Christine Krausbeck, Dr. Hildegard Simons und Dr. Thomas Reisinger entwickelten gemeinsam mit weiteren Beteiligten ein Konzept für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung in Bad Ems. Dieses wurde zwischenzeitlich weiterentwickelt und liegt inzwischen in einer überarbeiteten Fassung vor. Ziel ist ausdrücklich keine Rückkehr zu einer klassischen Krankenhausstruktur mit zahlreichen Fachabteilungen, sondern eine wirtschaftlich tragfähige Lösung mit einer wohnortnahen Akut- und Basisversorgung, einer überschaubaren stationären Versorgung sowie einer engen Verzahnung mit ambulanten Angeboten und geriatrischen Leistungen. „Ich bin der Projektgruppe der Emser Ärzteschaft sehr dankbar, dass sie sich weit über ihren anspruchsvollen Praxisalltag hinaus für die medizinische Versorgung unserer Heimat engagiert. Dieses Engagement verdient großen Respekt und meine volle Unterstützung“, erklärt Oliver Krügel.
Im Gespräch wurde zugleich deutlich, dass die Herausforderungen weiterhin erheblich sind. Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen stellt insbesondere die Finanzierung die größte Hürde dar. Während andere Krankenhausstandorte aufgrund ihrer Einstufung als bedarfsnotwendig auf eine stärkere öffentliche Finanzierung zurückgreifen können, müsste ein möglicher Standort in der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau nach derzeitigem Stand maßgeblich durch private Investoren realisiert werden. Hinzu komme der bundesweit spürbare Fachkräftemangel. Gerade die Gewinnung von Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften werde für jedes neue Krankenhausprojekt zu einer zentralen Herausforderung.
„Es wäre unseriös, den Menschen heute zu versprechen, dass ein solches Krankenhaus kurzfristig entstehen wird. Die gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind schwierig. Aber nur weil ein Ziel schwer zu erreichen ist, dürfen wir es nicht aufgeben. Entscheidend ist, dass engagierte Menschen weiterhin an Lösungen arbeiten – und genau das geschieht hier“, so Krügel. Er werde die weiteren Entwicklungen weiterhin konstruktiv begleiten und seine Kontakte auf Landes- und Bundesebene nutzen, um das Projekt dort zu unterstützen, wo dies möglich sei.
„Eine wohnortnahe medizinische Versorgung bleibt ein entscheidender Standortfaktor für unsere Region. Deshalb begrüße ich es ausdrücklich, dass das Projekt eines bürgernahen Krankenhauses weiterhin mit großem Engagement verfolgt wird. Allein die Tatsache, dass hier nicht aufgegeben wird, ist ein wichtiges Signal für unsere Heimat.“




