Angekündigte Schließung der Paracelsus-Klinik - Erste Stellungnahme der Stadt Bad Ems
Stadt Bad Ems • 12. Januar 2023
Die Pressemitteilung der Paracelsus-Kliniken vom 10. Januar hat die Bürgerinnen und Bürger sowie unsere kommunalpolitischen Mandatsträger unerwartet erreicht und macht uns betroffen.
Die Paracelsus-Klinik in Bad Ems mit 178 Planbetten ist mittlerweile das einzige Krankenhaus der Akut- und Regelversorgung in der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau, die mit rund 28.960 Menschen die größte Verbandsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis darstellt. Als Kreisstadt und ausgewiesenes Mittelzentrum nach der Landesplanung bietet die Stadt Bad Ems rund 10.000 Menschen eine Heimat. Zudem ist die Paracelsus-Klinik mit angeschlossenem MVZ in Nassau Arbeitgeberin von 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Aus der Tradition als weltberühmter und geschätzter Kurort sind, in Relation zu der Einwohnerzahl einer Kleinstadt, viele medizinische Disziplinen und Fachbereiche in Bad Ems angesiedelt. Das Angebot umfasst neben vielen fachärztlichen Praxen ein umfassendes Rehabilitationsangebot, sowohl stationär wie auch ambulant. Zudem ist das historische Badeviertel in Bad Ems seit Juli 2021 Teil der UNESCO-Welterbestätte Great Spa Towns of Europe und genießt internationale Aufmerksamkeit.
Vorgehensweise nicht partnerschaftlich
Bereits im Jahr 2018 gab es um die Paracelsus Klinik ein Insolvenzverfahren, in welchem die Porterhouse-Gruppe die damalige Stadtspitze und Fraktionssprecher eingeladen hatte. Stadtbürgermeister Oliver Krügel erinnert sich an diese Gespräche, denen er in seiner damaligen Funktion als Fraktionssprecher der CDU-Fraktion angehörte.
„In diesen Gesprächen im Haus bekräftigte der damalige designierte Vorsitzende der Geschäftsführung Michael Philippi, der als ausgewiesener Fachmann der Branche galt - unter anderem 22 Jahre im Sana-Konzern tätig war - und bundesweite Anerkennung hatte, man wolle den
Krankenhauskonzern neu aufstellen und auch den Standort Bad Ems erhalten. Leider ist der damals 61-jährige Manager wenige Monate später unerwartet verstorben.“, berichtet Krügel.
Das Handelsblatt schrieb in einem Artikel vom 10.09.2018: „Philippi galt [...] als richtiger Mann für die Sanierung der Paracelsus-Kliniken“.
Nach dem Tod von Philippi bekräftigten die Verantwortlichen, den Kurs von Philippi fortsetzen zu wollen. Dies wurde Krügel gegenüber in mehreren Gesprächen auf der Bismarckhöhe bestätigt. Anders als 2018 wurde die kommunalpolitische Ebene über die aktuellen Entwicklungen nicht informiert und musste von der geplanten Schließung über die Medien erfahren. Zuletzt waren der Stadt nicht einmal die konkreten Ansprechpartner der Klinik in Bad Ems bekannt, denn in den vergangen zwei Jahren gab es mehrere Wechsel im Bad Emser Klinikmanagement.
„Die kommunale Familie hat damals große Hoffnungen in die Porterhouse-Group gesteckt, aber diese Vorgehensweise ist nicht partnerschaftlich. Ohne Gespräch, ohne, dass wir auf kommunaler Ebene versuchen konnten, etwas zu bewegen, werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich hoffe, dass da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Eine Stadt wie Bad Ems als Kreisstadt und Gesundheitsstandort braucht ein Akutkrankenhaus. Unser Gesundheitssystem steckt in argen Schwierigkeiten. Ist es zeitgemäß, die gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger weiterhin nur unter Wirtschaftlichkeitsaspekten zu betrachten? Meiner Ansicht nach gehört das Gesundheitssystem mehr unter staatliche Obhut“, findet Stadtbürgermeister Krügel.
Akutversorgung muss erhalten werden
Die Nachfrage nach medizinischen Dienstleistungen eines Akut- und Regelversorgers ist nicht zuletzt aufgrund des Einzugsbereichs der Klinik, inklusive dem unteren Westerwald und des Taunus, gegeben. Zudem überweisen vorgenannte Rehabilitationspartner und Hausärzte in der Stadt Bad Ems und Region ebenfalls in die örtliche Paracelsus-Klinik. „Diese stehen vor oft mit hunderten von Patienten vor den Katastrophen der stationären Versorgung in unserer Bundesrepublik“, berichtet Stadtbürgermeister Oliver Krügel.
Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte äußerten gegenüber der Stadtspitze in den vergangenen Jahren wiederholt von der schwierigen Situation, überhaupt ein Bett zur Überweisung in eine stationäre Behandlung zu erhalten. Diese Kolleginnen und Kollegen tun alles, um die Versorgung zu erhalten. „Wir sind den niedergelassenen Ärzten für ihren Einsatz dankbar und unterstützen diese in ihrem Appell, dass die Akutversorgung in Bad Ems erhalten werden muss“, so Krügel.
Die von Paracelsus gelieferte Begründung des Fachkräftemangels halten nicht nur die Stadt Bad Ems, sondern auch Branchenkenner für vorgeschoben. „Den Fachkräftemangel in der Gesundheitsbranche gibt es nicht erst seit gestern“, konstatiert Krügel. In Gesprächen mit externen Fachleuten konnte er eine andere Auffassung gewinnen. „Es ist in den vergangenen Jahren nicht gelungen, den defizitären Standort rentabel aufzustellen und Geschäftsfelder zu identifizieren sowie zu entwickeln, die den Standort zukunftsfähig machen. Es bestätigt sich für diese Experten der Eindruck, dass auch organisatorische und strukturelle, konzerninterne Probleme den jetzigen Verlauf begünstigt haben. Zudem muss sich eine Klinik nach Auffassung dieser Experten attraktiv für den Arbeitnehmermarkt aufstellen und die Arbeitgebermarke pflegen. Nur so seien Pflegefachkräfte und gut ausgebildete Ärzte zu gewinnen und zu halten.“
„Die Bürgerinnen und Bürger dürfen sich darauf verlassen, dass wir die Entscheidung der Paracelsus Kliniken Deutschland nicht ohne weiteres hinnehmen und uns für den Erhalt der stationären Versorgung der Akut- und Regelversorgung einsetzen werden.“, so Krügel.
Zu rundem Tisch eingeladen
Aus diesem Grund hat Stadtbürgermeister Oliver Krügel im Namen der Stadt Bad Ems unmittelbar am 11. Januar zu einem runden Tisch für den 17. Januar in Bad Ems eingeladen. Neben den verantwortlichen und handelnden Personen des Klinikmanagements sind die Arbeitnehmervertreter der Klinik, des Gesundheitsministeriums Rheinland-Pfalz, des Rhein-Lahn-Kreises, der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau und der Stadt Bad Ems sowie Vertreter der niedergelassenen Ärzteschaft eingeladen worden und haben zwischenzeitlich ihre Teilnahme bestätigt.
„Wir erwarten und fordern von der verantwortlichen Landespolitik, gemeinsam mit Paracelsus oder einem anderen etwaigen Interessenten und im Schulterschluss mit der Ärzteschaft und Kommunalpolitik, ein tragfähiges Konzept für den Klinikstandort der Zukunft zu entwickeln.“ Stadtbürgermeister Oliver Krügel
Über die weiteren Entwicklungen will der Stadtbürgermeister die Bürgerschaft informiert halten. Zwischenzeitlich hat er einen Telefontermin mit dem Gesundheitsminister des Landes Rheinland- Pfalz, Herrn Clemens Hoch, vereinbaren können, in dem er das Land um Unterstützung bitten wird.
Stand: 12. Januar 2023, 09:30 Uhr.
Pressemitteilung der Stadt Bad Ems
„Krügel unterwegs“: Von Arzbach bis Pohl führte die jüngste Tour der Reihe „Krügel unterwegs“ entlang der Spuren des römischen Limes. Die Wanderung verband Geschichte, Welterbe und Natur – und lieferte zugleich einige Erkenntnisse darüber, welches touristische Potenzial in den Wanderwegen der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau steckt.

Foto, CDU Bad Ems-Nassau: Das Freibad Singhofen Kommunale Schwimmbäder sind weit mehr als Orte der Freizeitgestaltung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge, zur Gesundheitsförderung, zum Schul- und Vereinssport sowie zur Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden. Für Oliver Krügel steht deshalb fest: Der Erhalt kommunaler Bäder ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Im Rahmen eines Besuchs des Freibades in Singhofen, auf Einladung der FWG Singhofen, informierte sich Krügel über die Anlage und tauschte sich mit den Verantwortlichen über den laufenden Betrieb, die technische Ausstattung und die Herausforderungen kommunaler Freibäder aus. Der Besuch war zugleich Anlass, seine grundsätzliche Haltung zu diesem Thema deutlich zu machen. „Gerade im Wahlkampf sollen die Bürgerinnen und Bürger wissen, wofür die Kandidaten stehen. Dazu gehört für mich auch, bei wichtigen Fragen der kommunalen Daseinsvorsorge klar Position zu beziehen und transparent zu machen, welche Ziele ich für unsere Verbandsgemeinde verfolge.“ „Natürlich weiß ich, dass kommunale Schwimmbäder wirtschaftlich kaum kostendeckend betrieben werden können. Das gilt auch für die Bäder in unserer Verbandsgemeinde. Dennoch dürfen wir ihren Wert nicht allein an betriebswirtschaftlichen Kennzahlen messen“, betont Krügel. Gerade Kinder müssen die Möglichkeit haben, sicher schwimmen zu lernen. Gleichzeitig sind Schwimmbäder wichtige Orte für Familien, Seniorinnen und Senioren, Vereine und den Gesundheitssport. Sie stärken das gesellschaftliche Miteinander und machen unsere Region lebenswerter. Aus Sicht Krügels gehört es zu einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik, auch Einrichtungen zu erhalten, die nicht kostendeckend arbeiten, deren gesellschaftlicher Nutzen aber unbestritten ist. „Kommunale Daseinsvorsorge bedeutet, den Menschen Angebote bereitzustellen, die für das Gemeinwohl wichtig sind – auch wenn sie Geld kosten.“ Dabei geht es nicht darum, wirtschaftliche Realitäten auszublenden. Vielmehr müssen kommunale Einrichtungen effizient betrieben, Fördermöglichkeiten konsequent genutzt und Investitionen klug geplant werden. Das Freibad in Singhofen, das von der Ortsgemeinde mit großem Engagement betrieben wird, ist dafür ein gutes Beispiel. Mit der Erneuerung der Mess- und Regeltechnik, der Nutzung von Quellwasser, der Photovoltaikanlage sowie zahlreichen Eigenleistungen wird dort eindrucksvoll gezeigt, wie ein kommunales Freibad zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann. „Ich bekenne mich ausdrücklich zum Erhalt unserer kommunalen Schwimmbäder. Das gilt selbstverständlich auch für das Freibad Nassau, das sich in Trägerschaft der Verbandsgemeinde befindet. An dieser Haltung dürfen mich die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft messen.“
Die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau verfügt über eine außergewöhnliche kulturelle und landschaftliche Vielfalt. Mit dem UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches – Obergermanisch-Raetischer Limes“ und der Welterbestadt Bad Ems vereint sie gleich zwei Welterbestätten auf engstem Raum. Dieses besondere Erbe möchten Oliver Krügel und der Limes-Experte Conrad Lunar im Rahmen einer gemeinsamen Welterbe-Wanderung erlebbar machen. Conrad Lunar lebt in Heimbach-Weis und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich dafür, das römische Erbe und den Limes für die Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar zu machen. Er gilt als Initiator des Neuwieder „Drachenkopfwegs“ und setzt sich mit zahlreichen Projekten für die Vermittlung der römischen Geschichte in der Region ein. Die rund 32 Kilometer lange Wanderung findet am Sonntag, 2. August 2026, statt und führt durch reizvolle Landschaften sowie entlang bedeutender geschichtlicher Orte. Start ist um 8.00 Uhr an der Grillhütte in Arzbach. Ziel ist das Limeskastell in Pohl, das gegen 17.30 bis 18.00 Uhr erreicht werden soll. Unterwegs sind mehrere Pausen vorgesehen: * ca. 10.15 Uhr an der Ottmar-Canz-Brücke in Bad Ems, * ca. 12.15 Uhr in Becheln, * ca. 13.45 Uhr an der Linde in Schweighausen sowie * ca. 15.00 Uhr am Friedhof in Dornholzhausen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte müssen nicht die gesamte Strecke zurücklegen. Ein Zu- oder Ausstieg ist an den einzelnen Wegpunkten jederzeit möglich. Ebenso sind Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, die Wandergruppe an den Haltepunkten zu besuchen und mit Oliver Krügel sowie Conrad Lunar ins Gespräch zu kommen. „Wir leben in einer Region, um die uns viele beneiden. Mit gleich zwei UNESCO-Welterbestätten verfügen wir über ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Dieses Potenzial sollten wir für unsere Heimat, den Tourismus und die regionale Wertschöpfung noch stärker nutzen. Gleichzeitig möchten wir Geschichte nicht nur erzählen, sondern gemeinsam erleben“, so Oliver Krügel. Während der Wanderung wird Conrad Lunar immer wieder spannende Einblicke in die Geschichte der Römer und des Limes geben und historische Zusammenhänge erläutern. Die Veranstaltung soll zugleich zeigen, welche Chancen das Welterbe für die touristische Entwicklung der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau bietet und wie sich Natur, Geschichte und Naherholung miteinander verbinden lassen. Für die Teilnahme werden festes Schuhwerk, wettergerechte Kleidung sowie ausreichend Getränke und eine kleine Verpflegung empfohlen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, allerdings freuen wir uns über jede Zuschrift/Ankündigung/Rückfrage an team@oliverkruegel.de Der geplante Streckenverlauf: * 8.00 Uhr – Start an der Grillhütte in Arzbach * ca. 10.15 Uhr – Ottmar-Canz-Brücke Bad Ems (Pause) * ca. 12.15 Uhr – Becheln (Mittagspause) * ca. 13.45 Uhr – Linde Schweighausen (Pause) * ca. 15.00 Uhr – Friedhof Dornholzhausen (Pause) * ca. 17.30 bis 18.00 Uhr – Ankunft am Limeskastell Pohl


